Hör was ich Dir zu erzählen habe!
Findus

Kater

geboren: 18.05.2002

seit dem 10.06.2002 im neuen zu Hause
vorher: im Tierheim

Ich bin, so hat man mir erzählt, am 18.05.2002 geboren und meine Eltern habe ich nicht kennen gelernt. Im stolzen Alter von 3,5 Wochen kam ich mit einem Gewicht von 250 gr in eine Pflegestelle. Genaues Datum für alle Statistiker: man schrieb den 10.06.2002. Ab jetzt erzählt aus leicht verständlichen Gründen mein neuer Dosenöffner, wie es mir so erging und was ich alles so gelernt habe.
Am 10.06.2002 kam Findus, so heißt der kleine Kater, mit einem Gewicht von 250 gr zu mir. Noch hatte er tiefblaue Augen und mit dem Trinken und Essen klappte es noch nicht richtig. Am liebsten fraß er aus der Hand und Milch flößte ich mit einer Spritze ein. Findus lief noch tollpatschig herum und konnte nur ca. 5cm hoch springen. Ich habe ihn zu meiner Katze Lisa gesetzt, die ihn sofort adoptierte und gründlich ableckte, als er nach ihren Zitzen suchte. Sie leckte ihn so stürmisch ab, dass jedes Mal das gesamte Hinterteil mit abhob.
15.06.2002 Noch immer liegt er am liebsten bei mir im Schoß, Bett oder nuckelt bei Lisa. Wenn er etwas will, fiepst er mit durchdringender Stimme, was man selbst durch die geschlossene Tür hört. Da er auch das große Katzenklo der anderen benutzt, muss er sich jedes Mal Hochangeln und plumpst dann ins Katzenstreu und muss ausgiebig scharren, um Platz zu bekommen um dann sein "Geschäft" zu verrichten. Zurück das Gleiche: ein großer Plumps und er ist wieder draußen.
Seit dem 20.06.2002 schleckt er allein seine Milch. Inzwischen läuft er wieselgeschwind durch die Wohnung und angelt sich zu mir aufs Bett. Noch ist seine Lieblingsbeschäftigung zu nuckeln und nachts an meinem Ohr zu schnurren.
Am 25.06.2002 zum ersten Mal im Garten und er schnuppert an den Grashalmen und am Erdreich. Auch kann er inzwischen aufs Bett springen, nur runter zu springen, traut er sich noch nicht. Seit dem 08.07.2002 übt er sich im Wettklettern am Kratzbaum mit Lisa und die Spiele mit Ball und Stoffmaus werden immer länger. Findus frisst mit den anderen Katzen aus demselben Napf und will auch das gleiche Futter. Knabbert sogar Trockenfutter. Er krabbelt an meinen Beinen hoch, zum Glück trage ich Jeans.
Seit dem 10.07.2002 springt Findus mit einem weiten Satz vom Bett herunter. Er übt sich in Buckel machen, Fauchen und Jagen. Er macht sich klein und versucht sich anzuschleichen. Da der rechte Hinterlauf nur halb vorhanden ist, hoppelt er mit einem Affenzahn durch die Wiese. Immer noch kommt er mit Vorliebe morgens (6:00Uhr) ins Bett und kuschelt.
15.07.2002 Sein Gewicht ist inzwischen auf 900gr angewachsen und er frisst mit Vorliebe, besser gesagt, gierig ein Hühnchen oder Schinken, wobei die Stücke nicht groß genug sein können. Er klaut sogar von den anderen Katzen die Leckereien. Und ab jetzt kann ich endlich wieder länger (6:30) und durchschlafen. Trotzdem kommt Findus lutscht, tretelt und schnurrt an meinem Hals oder Armen mit geschlossenen Augen.
22.07.2002 Stundenlang kann er einer Plastikkugel nachjagen, oder mit einem Bindfaden spielen mit den anderen Katzen und springt mit einem Satz aufs Sofa. Auch sein Verhalten gegenüber anderen Katzen erinnert schon an eine erwachsene Katze.
Inzwischen schreiben wir den 12.08.2002 und Findus erobert den Garten. Immer flitzt er als Erster hinaus und tobt auf dem Rasen herum. Ganz faszinierend findet er den kleinen Teich; auf der Böschung balancieren, ein wenig Wasser geschleckt und wieder runter. Auch die Neue, eine kleine Katzendame namens Pünktchen, die ich mit der Flasche aufgezogen habe, wird von ihm ins Katzenleben eingeführt und abgeleckt, geputzt und auch das Futter genießen sie zusammen.
Jetzt schreiben wir den 05.09.2002 und Findus hat seine erste Impfung gut überstanden. Dieser Wonneproppen bringt inzwischen stolze 1,6 kg auf die Waage und entwickelt sich zu einem richtigen verschmusten Stubentiger und spielt am liebsten mit seiner Freundin, die ein Monat jünger ist. Spielen heißt für sie, kämpfen und jagen bis zur Erschöpfung. Dann wird muss erst einmal eine Runde geschlafen werden. Natürlich beginnen sie mit dem Spielen und Toben am Besten morgens, damit ich auch etwas davon habe, um 6:30 Uhr. Trotz seiner drei Beine klettert er und Pünktchen am liebsten auf dem Kratzbaum herum.
Am 18.10.02 wurde Findus am verkrüppelten Hinterlauf operiert und damit er sich die Operationsnarbe nicht aufbeißt, muss er einen Kragen zu seinem Leidwesen tragen. Nur wenn Findus bei mir auf dem Schoß sitzt, nehme ich dieses Ding ihm ab. Dann putzt er sich ausgiebig und genießt die wieder gewonnene Bewegungsfreiheit. Ach ja, er wurde auch sofort kastriert. Leider ist die Naht am Bein aufgeplatzt und er bekam Fieber, da sich die Wunde entzündete. So musste er am 06.11.2002 nochmals operiert werden. Diesmal scheint es besser zu entwickeln. Die nächsten Tage bekommt er noch Antibiotika von mir gespritzt und dieser Pikser gefällt ihm gar nicht - nur die Leckereien danach.
Endlich am 19.11.2002 - es ist geschafft, die Fäden gezogen, kein Fieber mehr und nach langer Zeit wieder ein Ausflug in den Garten. Ach ja es gibt was Neues, mit unserem Charme haben Pünktchen und ich es geschafft. Wir sind hier nicht mehr nur in Pflege, sondern uns gehört die Wohnung mit dem Garten.
Jetzt am 16.04.03 ist er fast ein Jahr alt und wenn er im Garten herumspringt, auf den Kratzbaum tobt, fällt es überhaupt nicht auf, dass er nur drei Beine hat. Aber eins ist wie früher, das Nuckeln an der Hand kann er nicht ablegen. Immer wenn Findus meint, dass das Futter für eine Katze nicht genießbar ist, wird mein Handrücken abgelutscht und dabei geschnurrt.
Heute ist der 18.05.2003 und er ist ein Jahr alt. Er ist riesig geworden und wiegt 4,5 kg. Noch immer nuckelt er mit wachsender Begeisterung, insbesondere, wenn ich auf der Tastatur herumhämmere, an meiner Hand, die er natürlich erst mit seinen Pfoten in eine geeignete Position ziehen muss oder er will meinen Handrücken als Kopfkissen benutzen. Natürlich eignet sich ein Handrücken auch, um sich mit seinem Po zu setzen. Seine Hauptbeschäftigungen sind neben Jagen und Spielen, ausgiebiges Putzen oder Schlafen. Eine riesengroße Freude bei der er fast in Ekstase gerät, bereite ich ihm und einigen anderen, wenn ich mit einem Beutel Katzenminze ankomme. Stundenlang kann er sich in CatNip wälzen, selbst wenn der Beutel noch verschlossen ist. Er ist damit ein typischer verschmuster Kater geworden, der aber auch nur noch am liebsten ausgewähltes Futter zu sich nimmt. Und wenn seiner Meinung das Futter nicht seinen gehobenen Ansprüchen gerecht wird, wird nur kurz daran geschnuppert, um dann mit seinen Vorderläufen kräftige Grabbewegungen von allen Seiten auszuführen, immer wieder nur vom Schnuppern unterbrochen, ob der Erfolg sich schon eingestellt hat, um dann intensiv fort gefahren es wie seine Ausscheidungen zu einbuddeln. Nun sprintet er von Futternapf zu Futternapf, schnuppert, und da in allen anderen Näpfen das gleiche ist, nimmt er meinen anderen Katzen die Arbeit ab und will für sie, das unangemessene Futter entsorgen. Da der Hunger trotzdem noch riesengroß zu sein scheint, kommt er laut maunzend angewetzt, setzt sich vor mir meist auf den Schreibtisch und lutscht intensiv meine Hand. Als ob das helfen würde.
Auch in allem anderen, sei es das Toben im Garten, das sich wehren gegen die Ohrreinigung, das Schmusen, wenn er will oder das ständige Unsinntreiben, sich den Katern angeglichen hat. Um schnell von einem Ort zum anderen zu gelangen, nimmt er mich wie ein Sprungbrett als Zwischenstation. Wenn er zielsicher meine Schulter nutzt, wenn ich am Schreibtisch sitze, ist das ja noch ganz lustig, aber mein Bauch im Bett liegend, müsste nicht sein. Oder warum muss Findus immer seine Vorderpfoten in meine Knie versenken, nur um sich ausgiebig zu strecken. Er benutzt doch sonst immer den Kratzbaum. Seine Katzenfreunde sind auch nicht begeistert, wenn sie nichts ahnend durch die Wohnung wandern, von diesem Ungetüm verfolgt werden, der dann mit den Vorderpfoten in ihren Nacken springt und zubeißt.
Oh ich armer Sklave meiner geliebten Katzen, das Leben wäre ohne kaputtes Geschirr, heruntergeworfene Blumentöpfe und ständiges Schimpfen über das nicht angemessene Futter einfach nur langweilig.

Klick mich an damit Du meine Freunde kennenlernst!